Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau
3.11.2013

Das Konzentrationslager Dachau wurde am 22. März 1933, nur wenige Monate nach der Machtergreifung der NSDAP,  für politische Gefangene  errichtet. Nach dem Modell des KZ Dachau wurden die anderen Konzentrationslager aufgebaut und in Dachau wurden SS-Wachmannschaften und SS-Führungspersonal ausgebildet, welches später in Vernichtungslagern eingesetzt wurde. Hier sowie in zahlreichen Außenlagern waren bis zur Befreiung am 29. April 1945 durch amerikanische Truppen über 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert;  41.500 wurden ermordet. Das Comité international de Dachau, ein Zusammenschluss aus überlebenden Häftlingen, initiierte 1965 die Errichtung einer Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers. Nach ihren Plänen wurde sie erbaut.

03.11.13, 12.00 Uhr Hauptbahnhof München, Große Anzeigetafel. Um Anmeldung wird gebeten. Im Mittwochskafe (Kafe Marat) an der Theke melden.

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Antifaschistischer Stadtrundgang
9.11.2013

Die Rede, die der nationalsozialistische Propagandaminister Joseph Goebbels nach dem Tod eines deutschen Diplomaten am Abend des 9. November 1938 vor NSDAP- und SA-Kadern im Alten Rathaus in München hielt, gilt als Auftakt der antisemitischen Novemberpogrome. München, später von den Nazis als „Hauptstadt der Bewegung“ betitelt, war bereits seit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Niederschlagung der Räterepublik, Keimzelle völkischer und nationalsozialistischer Gruppen und Bewegungen gewesen. An wenigen Orten wird dies so deutlich, wie in der Münchner Innenstadt.
Während des antifaschistischen Stadtrundgangs wollen wir verschiedene Orte aufsuchen, die mit dem nationalsozialistischen Herrschaftsapparat, seiner Entstehung aus den antikommunistischen und antisemitischen Bewegungen der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, des antisemitischen Terrors, aber auch des antifaschistischen Widerstands zusammenhängen.

09.11.13, 14.00 Uhr, Marienplatz (München)

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Zwischenstation „Judensiedlung“. Die Verfolgung und Deportation der Münchner Juden
13.11.2013

Im Sommer 1941 richtete die Arisierungsstelle drei Wohn- und Arbeitslager für die Münchner Juden ein. Die Nationalsozialisten nutzten dieses Lagersystem als multifunktionales Terrorinstrument. Die heute im öffentlichen Bewusstsein nur noch wenig bekannten Orte „Judensiedlung Milbertshofen“, „Klosteranlage Berg am Laim“ und „Arbeitslager Lohhof“ spielten eine zentrale Rolle bei der „Wohnraumarisierung“, der Ghettoisierung, der Zwangsarbeit, der finanziellen Ausbeutung sowie der Kontrolle und Terrorisierung der jüdischen Bevölkerung und dienten bei den Deportationen als Sammellager für die Mehrzahl der etwa 3.300 über München verschleppten Juden. Der Vortrag schildert einzelne biografischen Skizzen von Täter_innen und Profiteur_innen und versucht anhand ausgewählter Beispiele einen Einblick in den Alltag der als Juden Verfolgten Münchner_innen zu ermöglichen.

Referent: Maximilian Strnad, Historiker, München

13.11.13, 20.00 Uhr, Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 102

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Zwischen Verdrängung und Aneignung. Der erinnerungskulturelle Umgang mit der NS-Vergangenheit in Deutschland. Gestern – heute – morgen.

27.11.2013

Mit Geschichte wird Politik gemacht. Während die „alte“ Bundesrepublik ihre Distanz zur NS-Vergangenheit in ihren ersten Jahrzehnten vor allem im Verschweigen und in der oftmals skandalösen Integration der Täter suchte, pflegte die DDR einen starren, mythologisierten Antifaschismus, der die zentrale historische Meistererzählung des sozialistischen Staates bildete. In den Jahren unmittelbar nach der Wiedervereinigung prägten zunächst totalitarismustheoretische Argumentationsmuster verstärkt die erinnerungspolitischen Diskurse. Oftmals ging es dabei darum, den Nationalsozialismus als einen Teilaspekt einer zweifachen „totalitären Diktaturerfahrung“ zu relativieren.

Während der 1990er Jahre änderte sich der Umgang mit der Geschichte: Gerade weil man aus der Geschichte gelernt und diese aufgearbeitet habe, müsse Deutschland nun wieder “Verantwortung“ in der Welt übernehmen. Die angeblich erfolgreich vollzogene „Vergangenheitsbewältigung“ bildet nunmehr einen der zentralen Referenzpunkte der „Berliner Republik“. Zudem ist zu beobachten, dass sich Grundzüge einer globalen Erinnerungskultur herausbilden, in der der Holocaust zwar zu einer Chiffre für das Menschheitsverbrechen schlechthin avanciert, dabei aber gleichzeitig dessen konkreten historischen Bezüge und Hintergründe verblassen. Diese Entwicklung ist ambivalent, bietet sie doch Anknüpfungspunkte auch für die neuen deutschen Opferdiskurse, die um den Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung kreisen. Der Vortrag zieht zum einen eine kritische Bilanz der geschichtspolitischen Umbrüche der vergangenen Jahrzehnte. Zum anderen sollen mögliche Entwicklungslinien künftiger Erinnerungskulturen skizziert werden.

Referent: Michael Sturm; Historiker, Münster

27.11.13, 20.00 Uhr, Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 102